Das erste Mal ein Wohnmobil zu mieten ist aufregend, kann aber auch schnell verwirrend sein. Du suchst nach Optionen und plötzlich ist alles mit Klasse A, Klasse B oder Klasse C gekennzeichnet. Wenn du noch nie mit einem Wohnmobil gereist bist, sagen dir diese Bezeichnungen allein nicht viel.
Die gute Nachricht ist, dass die Wohnmobilklassen nicht kompliziert sind, wenn man erst mal versteht, wie sie sich auf die Reise auswirken. Sie beschreiben hauptsächlich die Größe, den Grundriss und das Fahrgefühl des Fahrzeugs. Wenn man das versteht, wird die Auswahl des richtigen Wohnmobils viel einfacher, vor allem wenn man in Europa mietet oder eine Reise durch mehrere Länder plant.
Dieser Leitfaden erklärt die Wohnmobilklassen auf praktische Weise und richtet sich dabei eindeutig an Mieter, nicht an Käufer.
Was bedeuten Wohnmobilklassen eigentlich?
Wohnmobilklassen gelten nur für fahrbare Wohnmobile. Sie umfassen keine Wohnwagen oder Anhänger.
Weltweit gibt es drei Hauptklassen von Wohnmobilen:
Klasse A
Klasse B
Klasse C
Die Namen kommen aus Nordamerika, aber die Konzepte gibt es überall. In Europa hört man vielleicht Begriffe wie integriertes Wohnmobil, Reisemobil oder Campervan. Die Grundrisse sind immer noch vergleichbar, auch wenn die Bezeichnungen unterschiedlich sind.
Wenn du ein Wohnmobil mietest, hat die Klasse Einfluss auf:
Wie sicher du dich beim Fahren fühlst
Wo du parken oder campen kannst
Wie flexibel deine Route sein kann
Wie angenehm sich lange Tage auf der Straße anfühlen
Wohnmobile der Klasse A: Maximaler Platz, minimale Flexibilität
Wohnmobile der Klasse A sind die größten Wohnmobile, die du mieten kannst. Sie sehen aus wie Reisebusse, mit einer flachen Front und einem breiten, kastenförmigen Aufbau.
Innen sind sie sehr geräumig. Man hat Platz zum Stehen, Bewegen und kann die Wohnbereiche gut voneinander trennen. Viele Reisende mögen Wohnmobile der Klasse A, weil sie sich wie eine kleine Wohnung auf Rädern anfühlen.
Dieser Komfort hat aber seinen Preis.
Das Fahren eines Wohnmobils der Klasse A erfordert Selbstvertrauen. In Großbritannien und weiten Teilen Europas sind die Führerscheinregeln auch an das Fahrzeuggewicht gebunden, was die Auswahl an großen Wohnmobilen, die man praktisch mieten kann, weiter einschränken kann. Diese Fahrzeuge sind breit, lang und schwer. Auf Autobahnen fühlen sie sich stabil an, aber auf schmalen Straßen oder in kleinen Städten können sie schnell stressig werden. Auch das Parken erfordert Planung, insbesondere in Europa, wo Campingplätze und städtische Parkplätze oft kompakt sind.
Für Mieter, die hauptsächlich durch die EU reisen, können Wohnmobile der Klasse A überdimensioniert wirken. In Ländern wie Island, Großbritannien oder Deutschland kann es sein, dass du bestimmte Straßen oder Campingplätze allein aufgrund der Größe des Fahrzeugs meiden musst.
Klasse A eignet sich am besten, wenn sich Ihre Reise auf Folgendes konzentriert:
Große Campingplätze oder Wohnmobilstellplätze
Längere Aufenthalte an wenigen Orten
Einfache Routen
Wenn du häufige Zwischenstopps, malerische Nebenstraßen oder Stadtbesichtigungen planst, macht eine kleinere Klasse die Reise in der Regel angenehmer.
Wohnmobile der Klasse B: Campervans, die für echte Reisen geeignet sind
Wohnmobile der Klasse B sind besser bekannt als Campervans. Sie basieren auf Standard-Van-Karosserien und sind die kleinste Wohnmobilklasse.
Für viele Erstmieter ist dies der Punkt, an dem sie sich endgültig für das Reisen mit dem Wohnmobil entscheiden.
Ein Campervan fühlt sich beim Fahren vertraut an. Man sitzt tiefer, das Fahrzeug reagiert schnell und enge Straßen sind gut zu bewältigen. Das Parken ist einfacher, die Kraftstoffkosten bleiben niedriger und spontane Stopps sind möglich. Dies ist besonders wichtig in Europa, Australien und Neuseeland, wo die Routen oft durch Dörfer, an Küstenstraßen entlang und durch Berggebiete führen.
Der Innenraum ist eher clever als großzügig genutzt. In der Regel gibt es:
Einen Schlafbereich für zwei Personen
Eine kompakte Küche
Clevere Stauraumlösungen
Die Badezimmer variieren. Einige Wohnmobile haben eine Toilette oder ein kleines Nassbad, während andere auf die Einrichtungen des Campingplatzes angewiesen sind. Wenn dir das wichtig ist, solltest du vor der Auswahl eines Grundrisses wissen, wie Toiletten in Wohnmobilen funktionieren.
Wohnmobile der Klasse B sind für Reisende geeignet, denen Freiheit wichtiger ist als Platz. Sie sind besonders beliebt für Roadtrips mit häufigen Ortswechseln und wechselnden Plänen.
Wohnmobile der Klasse C: Die besten Allrounder zum Mieten
Wohnmobile der Klasse C liegen zwischen Klasse A und Klasse B. Sie haben normalerweise einen Schlafbereich über der Fahrerkabine, was ihnen ihr unverwechselbares Aussehen verleiht.
Für Mieter sind Wohnmobile der Klasse C oft die sicherste Wahl.
Man hat mehr Platz als in einem Campervan, ohne sich mit einem Fahrzeug in Busgröße herumschlagen zu müssen. Das Fahren fühlt sich immer noch gut machbar an, vor allem im Vergleich zur Klasse A. Gleichzeitig hat man ordentliche Wohnbereiche, einschließlich eines festen Bettes und eines Badezimmers.
Ein typischer Grundriss der Klasse C umfasst:
Ein Doppelbett über der Fahrerkabine
Zusätzliche Schlafmöglichkeiten im Heck oder im Essbereich
Eine Küche mit Kühlschrank und Herd
Ein komplettes Badezimmer
Das macht Wohnmobile der Klasse C bei Familien und kleinen Gruppen beliebt. Sie eignen sich auch gut für längere Reisen, bei denen ein bisschen Privatsphäre wichtig ist.
Weltweit sind Wohnmobile der Klasse C weit verbreitet. In Europa werden sie oft als „Coachbuilt Motorhomes” bezeichnet. In den USA und Kanada dominieren sie die Mietflotten. In Australien und Neuseeland gehören sie zu den beliebtesten Mietoptionen.
Wohnmobilklassen und länderspezifische Unterschiede
Das Klassensystem ist zwar weltweit einheitlich, aber es gibt ein paar regionale Unterschiede.
In Europa und Großbritannien sind die Straßen schmaler und die Campingplätze kleiner, sodass die Fahrzeuggröße eher eine praktische Überlegung als eine Frage der Vorliebe ist. Daher sind Wohnmobile der Klasse B und kleinere Wohnmobile der Klasse C praktischer. In Island begünstigen Wind- und Straßenverhältnisse ebenfalls mittelgroße Fahrzeuge.
In Australien und Neuseeland dominieren Wohnmobile und Wohnwagen der Klasse C. Sehr große Wohnmobile der Klasse A sind selten und oft unpraktisch.
In Nordamerika sind alle drei Klassen verbreitet, aber selbst dort bevorzugen viele Erstmieter die Klasse C wegen ihrer Ausgewogenheit.
Die richtige Wohnmobilklasse als Mieter auswählen
Wenn du ein Wohnmobil mietest, überleg dir, wie du reisen möchtest, und nicht, wie beeindruckend das Fahrzeug aussieht.
Frag dich selbst:
Möchte ich Flexibilität oder maximalen Komfort?
Werde ich durch Städte oder ländliche Gebiete fahren?
Wie sicher fühle ich mich hinter dem Steuer?
Wie oft werde ich den Standort wechseln?
Für die meisten Anfänger sind kleinere Wohnmobile die bessere Wahl. Sie sorgen für weniger Stress und bieten mehr Routenoptionen. Viele Reisende, die mit einem großen Wohnmobil anfangen, steigen nach ersten Erfahrungen auf ein kleineres Modell um.
Wenn du Wohnmobilklassen verschiedener Länder und Routen vergleichen möchtest, erleichtern Plattformen wie Campstar die Suche nach dem für deine Reise am besten geeigneten Fahrzeug.
Abschließende Gedanken
Bei Wohnmobilklassen geht es nicht um besser oder schlechter. Es geht darum, was passt.
Klasse A bietet viel Platz, schränkt aber die Flexibilität ein.
Klasse B bietet Freiheit, schränkt aber den Komfort ein.
Klasse C schafft einen Ausgleich zwischen beiden.
Wenn du zum ersten Mal ein Wohnmobil mietest, solltest du auf Sicherheit statt auf Komplexität setzen. Mit der richtigen Wohnmobilklasse wird deine Reise zu einem natürlichen Erlebnis und nicht zu einer anstrengenden Angelegenheit.
